Seit 2010 plagen wir, die Schüler der Theodor-Storm-Schule, uns nun schon mit dem sog. “Medienverbot” herum. Das Medienverbot oder auch “Spielregeln für die Nutzung neuer Medien in der TSS” (Elternbeirats-Schlagwort-FTW) ist ein Paragraph der Hausordnung der TSS. Es ist in Paragraph 3.2. im Jahre 2010 von der Schulkonferenz untersagt worden Handys, MP3-Player, iPods, etc. zu nutzen. Im Unterricht ist es selbstverständlich verboten, doch wurde es uns ebenfalls in den Freistunden und Pausen rücksichtslos untersagt. Damit wollte man verhindern, dass Cybermobbing an der TSS stattfindet. Des Weiteren wollte man mit dem Verbot verhindern, dass sich Schüler bewusst von ihrer Außenwelt abkapseln, in dem sie Musik konsumieren. Es ist ja auch nicht so, dass die TSS eine “Bastel- Mal- und Singschule” ist.
Es waren damals vor allem die Eltern, die dieses Verbot vorantrieben. Ich kann mich noch genau erinnern, in wie viele Diskussionen ich verwickelt war. Es folgte Sitzung auf Sitzung, Diskussionspanel auf Diskussionspanel und trotzdem wusste man, dass man auf verlorenem Posten kämpft. Es kam dann die entscheidene Schulkonferenz. Ein Abend am Ende des Schuljahres. In der Abstimmung verlief es wie erwartet: Die Schüler blockieren, die Eltern und Lehrer stimmen zu. – Vertagung war die Konsequenz. Bei der zweiten Konferenz nur zu diesem Thema besorgten wir uns einen eigenen Sachverständigen der mit einer schlüssigen Argumentation noch eine weitere Gegenstimme sowie eine Enthaltung auf Elternseite generieren konnte. Wir warben wochenlang im Elternlager mit Aufrufen und Broschüren. Doch sie hörten nicht auf uns.
Im September konnten wir nun jedoch einen Kompromiss aushandeln. Im Glaskasten kann man nun Medien nutzen. Zur Unterrichtsvorbereitung ist es uns nun erlaubt, Laptop und Smartphone zu benutzen, das Musikhören bleibt verboten.
Uns reichen diese Kompromisse nicht, warum werde ich gleich erklären. Viele Gespärche endeten im Nichts oder man kam nicht gegen die konservativen, technikfeindlichen Ansichten der Eltern und Lehrer an. Daraufhin startete eine lange Protestaktion. Wir kamen mit Flashmobs, Plakaten, Smartmob und viel Getöse zum Protest. Mehrere Aktionen fanden statt und vor allem Anklang in der Presse! Der bisherige Höhepunkt war ein Radiobeitrag im NDR, welcher nur uns gut Argumente bringen lässt, die Eltern und Lehrer aber mehr mit “Ich stelle mich gegen das Internet”-Parolen glänzen lässt.
In den vergangenen Diskussionen ist es oft so verlaufen, dass wir viele Argumente brachten, es wurde einfach nicht zugehört. Die Eltern und Lehrer brachten uns immer wieder mit der Mobbingkeule zum Schweigen.
Unsere Argumente:
1. Cyber-Mobbing ist ein Problem
Cyber-Mobbing ist – auch an der TSS – ein Problem. Das ist uns völlig klar. Eine mobbingfreie Schule wird es wohl nie geben. Allerdings ist das Cybermobbing eher im Netz und nicht in der Schule.
2. Es geht uns um die außerunterrichtliche Nutzung
Der Protest gegen das Medienverbot bezieht sich ausschließlich auf die Nutzung der Neuen Medien außerhalb des Unterrichts. Während des Unterrichts sind Handys etc. nach wie vor nur dann zu nutzen, wenn der Lehrer dies in Verbindung mit einem Arbeitsauftrag o. Ä. freigibt.
Warum ein Medienverbot das falsche Mittel ist
1. Pädagogische Ebene
Medienverbote bekämpfen nicht die Ursachen von Cyber-Mobbing. Mobbing bleibt ein gesellschaftliches Problem, kein technologisches. Die Schule stiehlt sich hier aus der Verantwortung und versucht das Problem „Mobbing“ in den Nachmittag und Abend zu verlagern. Aktiv mit Prävention und Kampagnen gegen Mobbing!
2. Reichweite des Verbots
Problematisch am Medienverbot ist, dass es typische Täter von Cyber-Mobbing kaum interessiert, ob sie ihr Handy benutzen dürfen oder nicht. Verboten ist Cyber-Mobbing sowieso schon, die Hemmschwelle in den illegalen Bereich muss folglich ohnehin überschritten werden, um zu mobben. Ob ich als Mobber nun ein oder zwei Verbote missachte, spielt dann nicht mehr die allzu große Rolle. Cyber-Mobbing war, ist und bleibt verboten. „Sicheres“ Cyber-Mobbing muss eh
heimlich ablaufen – auch ohne Medienverbot.
3. Virtuelle Schutzhülle / Schule als Lebensort
Ein Medienverbot macht das Schulgelände zu einem Ort, der in puncto Mediennutzung nicht mehr der Lebenswirklichkeit entspricht. Das hilft dem Schüler herzlich wenig. Mit dem Verlassen des Schulgeländes ist er dann drin in der großen medialen Welt und hat am Ort des Lernens – nämlich in der Schule – nur begrenzte Erfahrungen für den sinnvollen Medieneinsatz gesammelt. Auch einem potentiellen Mobbingopfer hilft diese „virtuelle Schutzhülle“, die durch das Medienverbot entstehen soll, nicht unbedingt. Weder das Opfer noch sein Umfeld werden so auf die Ernstsituationen außerhalb der Schule wirklich vorbereitet. Wie reagiere ich, wenn mein Freund plötzlich ungewollt gefilmt wird? Wie verhalte ich mich im Ernstfall? Manchmal braucht es solche Fälle, um den richtigen Umgang mit der Ernstsituation zu lernen – so hart das auch klingen mag.
Und wo soll ich am besten herausfinden, wie ich mich als Beobachter oder auch Opfer von Cybermobbing, im Ernstfall verhalten soll, wenn nicht in der Schule? Dort tummeln sich die Pädagogen und Spezialisten für solche Fälle. Die TSS medial vom Alltag der heutigen Schülergeneration abzuschotten, ist wenig förderlich!
4. Gesellschaftliche Entwicklung / Zeitverlust
Ob man die mediale Entwicklung nun schätzt oder nicht; betrachtet man sie realistisch, stellt man fest, dass sie nicht aufzuhalten ist und ein Medienverbot sich somit automatisch für ein mittel- und langfristiges Bestehen disqualifiziert. Die Schule als Bildungseinrichtung verliert mit jedem Jahr, in der sie sich an das Verbot klammert, Zeit, um Erfahrungen auf dem Gebiet der freien Mediennutzung in den Pausen zu sammeln. Für die Wettbewerbsfähigkeit und Medienkompetenz ist
es das einzig richtige, sich von den alten Gewohnheiten abzuwenden und sich der Entwicklung anzupassen. Auch wenn das weh tun mag! Aber schließlich soll die Schule sich nach dem Leben der Schüler ausrichten und das tut sie dann, wenn sie sich der Herausforderung annimmt, die einem die neuen – für Lehrkräfte und Eltern vielleicht noch bedenklichen – Geräte beschert. Nach vorne schauen!
5. Abi – und dann?
Die Zahl der Unis und auch Firmen, die ihre Selbstorganisation an den medialen Wandel anpassen, wird steigen. Das betrifft die Terminsynchronisation, aber auch Cloudsharing von Daten, das elektronische Verwalten von Aufgaben und vieles mehr. Im Vorteil sind dann diejenigen, denen dies schon in der Schule möglich war. Denn der Mensch braucht eine gewisse Zeit, bis er sich selbst und seine Techniken zur Eigenorganisation umgestellt hat. Und gerade im technologischen Bereich muss man oftmals sehr viel aufholen, wenn man vorher nicht mit der Zeit gegangen ist. Nachhaltig denken!
6. Fördern der Selbstorganisation und des Lernens
Hausaufgaben werden nicht gemacht – sogar gar nicht erst notiert -, Termine vergessen und Vokabeln sowieso nicht gelernt. Probleme, an denen schon so manch ein Lehrer verzweifelt ist. Eine Chance die Schüler für diese eher unangenehmeren Bereiche des Schülerdaseins wieder zu motivieren, bieten einem die Neuen Medien: Mit diesen lernt und arbeitet so manch ein Schüler sicherlich deutlich lieber. Man sollte für die „guten“ Funktionen dieser Geräte werben und Faszinationen wecken. Übrigens ändert sich dann auch automatisch das Konsumverhalten ein wenig: Wenn ich weiß, wie gut mein Handy sich auch als Organizer und Vokabelheft eignet, verwende ich wahrscheinlich automatisch weniger Zeit auf Spielen und Surfen.
7. Learning by doing
Es ist kein Geheimnis, dass man am meisten lernt, wenn man sich regelmäßig mit den entsprechenden Dingen beschäftigt und diese anwendet. Das gilt auch für Neue Medien! Ich kann im Unterricht und auch durch Präventionsmaßnahmen noch so viel Medienkompetenz vermitteln – wenn ich danach den Schülern nicht ausreichend Freiraum zum Ausprobieren und Anwenden gebe, ist das nicht wirklich produktiv. Deswegen: Learning by doing, Freiheit statt Angst!
8. Förderung von ehrenamtlichem Engagement
Ob Jugendfeuerwehr, Kreisjugendring, Jugendparteien oder SV-Arbeit – da möchte man die Schüler haben. Doch genau für solche Leute sind Medienverbote ein Klotz am Bein. Für Engagierte in der Jugendarbeit sind Neue Medien im Regelfall von essentieller Bedeutung. Diesen vorbildlichen Schülern mutet man nun aber zu, dass sie auf eines ihrer Alltagswerkzeuge nahezu verzichten müssen. Denn wer nimmt schon jedes Mal den Weg in eine Zone auf sich, nur um einen Termin an
einen „Arbeitskollegen“ weiterzugeben oder Dinge zu recherchieren. Dafür ist ein Schulgelände zu groß! Es kann – gerade an einem Gymnasium – nicht sein, dass engagierte Jugendliche ihrer Tätigkeit nicht mehr richtig nachgehen können.
(Entnommen aus unserer Broschüre.)
Mein persönliches Lieblingsargument ist auch, dass die Lehrer uns, auch wenn wir uns mit dem Smartphone vielleicht keine Termine notieren, einfach nicht vorzuschreiben haben, was wir in Freistunden und Pausen machen. Wenn jemand gern online wäre, soll er es doch sein. Das Internet und die neuen Medien sind CHANCEN, VERDAMMT!
Die Eltern wiederum haben zwar das Cybermobbingargument, aber Mobbing ist einfach nichts anderes als ein Gesellschaftsproblem. Solange die Mobber nicht öffentlich angeprangert und ausgeschlossen werden, wird keiner von ihnen merken, dass Mobbing nicht aktzeptabel ist. Es wird getrollt wie nichts gutes. Leute denken, wir würden mit SMS (!) Bilder verschicken(!) auf denen Menschen mit Hirschgeweih(!) abgebildet sind. Hallo? Finde DIE Fehler. Außerdem beschmipfen wir uns nur, denn “diese”(!) SMS enden doch alle mit DU ARSCHLOCH. (Hier nur eine Geschmacksprobe von unserer täglichen Tortur.)
Bitte unterstützt uns im Kampf für die Freiheit!
Euer Kampf in allen Ehren. Aber wäre es nicht ratsam, gegen dieses Verbot endlich mal zu klagen?!
Schmartfönes sind die Quelle allen Übels! Sofort verbrennen!
Gratuliere, ich finde eure Argumente toll. Gut ausgearbeitet, nachvollziehbar und eigentlich einsichtig.
Und andererseits bin ich schockiert, dass sie überhaupt nötig sind.
Ich finde zwar den Schlachtruf “Bitte unterstützt uns im Kampf für die Freiheit!” ein ganz klein wenig übertrieben ;-)
Aber ein wichtiger Kampf ist es!!
Macht weiter so!
Vielleicht sollte man mal Elternseminare anbieten: “Was ist eigentlich dieses Internetz und durch welche Röhren kommt es zu unseren Kindern?”
(Ich sass selbst mal einige Zeit in einem Elternbeirat, allerdings Grundschule, und kann sehr gut nachvollziehen, was ihr durchmachen müsst….)
Nachdem ich den Post zu lesen begonnen hatte dachte ich erst, ja die Eltern einer Sonderschule für Lernbehinderte haben halt Vorbehalte bezüglich der Lebenskompetenz ihrer Kinder, dann habe ich gelesen dass die TSS ein Gymnasium sein soll … jetzt verstehe ich meinen kleinen Bruder, da kann man wirklich schockiert sein. Inklusion für gibt es bei euch
Mit Artikel 26 und 27 der Erklärung der Menschenrechte habt Ihr Euch schon auseinandergesetzt? Habt Ihr Kontakt zu chinesischen oder birmesischen Dissidenten aufgenommen, die unter ähnlichen Umständen lebten oder leben müssen? Amnesty International? Wie steht der Landeselternbeirat zu der Angelegenheit?
Soll heissen “Inklusion für Jugendliche mit Befund F70ff. nach ICD-10 geibt es bei Euch?”
Übertrieben ist dieser “Kampf” keineswegs. Anstatt ein Bewusstsein für das Internet und Medien allgemein zu schaffen, wird hier offensichtlich versucht, die Schülerinnen und Schüler krampfhaft vor dem zu schützen, was mittlerweile ganz allgemein anerkannt zur “Welt da draußen” gehört.
Sowohl Eltern als auch Lehrer, Schulleitung und Schulbehörde sollten hier einmal nachdenken, was passiert, wenn die Schülerinnen und Schüler das Schulgelände verlassen haben. Cybermobbing kann nicht verhindert werden, indem man das Internet, Smartphones und Computer von der Schule verbannt.
Ganz im Gegenteil, ein offener aber kritischer Umgang mit eben diesen Medien muss gelernt werden – nur so kann man versuchen, Cybermobbing einzudämmen.
Ganz mal davon abgesehen sollte man das Verbot der Handynutzung ausserhalb des Unterrichts mal rechtlich abklopfen lassen. Und überhaupt – was passiert, wenn ein Schüler bei der Handynutzung ausserhalb des Unterrichtes erwischt wird? Handy weg? Grenzwertig. Eintrag in Schulakte? Ebenso grenzwertig. Schulverweis bei wiederholter Handynutzung?
Versteht mich nicht falsch, ich sehe die übermäßige Handynutzung innerhalb der Schule (auch in Freistunden) schon kritisch. Aber Musikhören in Pause und Freistunde verbieten? Meine Güte, das klingt wie tiefstes Mittelalter
Medienverbot – Geschichte, Was wir wollen & Trolle. « ElternMedienLotsin
Danke für diese differenzierte Darstellung – ich habe sie hier etwas verallgemeinert dargestellt: http://schulesocialmedia.com/2012/06/12/das-verbot-von-smartphones-in-schulen/
Ein wirklich toller Blogartikel. Wir hatten ein ähnliches Problem. Ich musste aufgrund dieser dämlichen Regelung an meinem alten Gymnasium mein Handy dann abgeben, als ich es am nötigsten gebraucht hätte, und ich wurde mehrmals aufgefordert, meinen MP3-Player auszustellen. Begründung: “Wir sind eine kommunikative Schule und möchten nicht, dass die Schüler, anstelle miteinander zu reden, nur dumm in der Ecke stehen und Musik hören.” Dieses Argument ist so inhaltsleer. Player können doch z.B. dabei helfen, dass man sich Musik zeigt, die der andere toll finden könnte, und so die Kommunikation sogar fördern.
An meiner Schule gibt es dafür nachvollziehbare Erklärungen und das ganze wird auch locker gehalten.
Das Argument mit Cyber-Mobbing ist schwach und kann eigentlich nur vorgeschoben sein. Wenn nicht, dann versucht man hier gegen Symptome vorzugehen, aber nicht gegen die Ursachen:
- allgemein gesellschaftliche Probleme (andere Vorschläge? Es sei auch auf Hooligans verwiesen!) sind die Ursache und nicht die Möglichkeit (über Internet) andere fertig zu machen
- ein Verbot ist, wenn nur zeitweise einigermaßen zu begründen, wenn es kein Konzept zu Cyber-Mobbing an eurer Schule gibt und es sich dabei bei euch besonders um ein Problem handelt, dass in den Schulalltag stark eingreift
- auch zum Umgang mit Mobbing außerhalb des Internets (die Existenz ist noch nicht zweifelsfrei erforscht) sollte es ein Konzept geben
Konzepte sind auch nicht dazu da, um in den Schubladen zu verschwinden, sondern müssen aktiv angewendet werden. Das erfordert natürlich Engagement von Schulleitung, Lehrern, Eltern und Schülern!
Besonders die Eltern sollten sich da ihrer Verantwortung bewusst sein, da sie, obwohl am wenigsten in den Ablauf Schule integriert, die gleichen Rechte wie Lehrer und Schüller innerhalb der Schulkonferenz haben!
Wenn man sich um das Phänomen und Problem Cyber-Mobbing wirklich kümmert, dann weiß man, dass keine Bildung (und das soll in der Schule erreicht werden) der Schüler erreicht wird, wenn man es heutzutage verbietet.
Der Geist (das Internet) ist schon lange aus der Flasche und wird sich nicht durch geringfügige zeitliche und räumliche Eingrenzung aufhalten lassen. Das Verbot verlagert nur das Problem.
Wow, bin erstaunt, das sowas aus “Schülerhand” kommt! (bin selbst einer; Jahrgang 11 auf einem niedersächsischen Gym.)
Abgesehen davon, dass dieses “Medienverbot” auch ohne große Diskussion als absoluter Schwachsinn offensichtlich zu erkennen ist, handelt es sich um eine sehr gute Argumentationsstruktur.
Zusätzlich zu dem schon exzellenten Inhalt würde ich noch das Thema “Grundgesetz” miteinbringen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Artikel_5_des_Grundgesetzes_für_die_Bundesrepublik_Deutschland
Für mich ist die Problematik ein klarer Verstoß; allein gegen den ersten Satz des Abs. (1).
[Mal nebenbei: interessant, dass dort der Wortlaut "unterrichten" gewählt ist...]
Gesetzliche “Schranken” – wie es in Abs. (2) heißt – gibt es in Hinsicht auf ein “Medienverbot” o. ä. nicht, z. B. durch das JuSchG, jedenfalls nicht von Grund auf, um ein Verbot von Musikspielern etc. zu legitimieren!
Ich hoffe, damit konnte auch ich etwas zur Unterstützung beitragen.
Viel Erfolg noch damit!
Wir haben die Regel schon seit Jahren bei uns an der Schule. Da ist doch nichts besonderes dran, oder habe ich was überlesen?
“Außerdem beschmipfen wir uns nur, denn “diese”(!) SMS enden doch alle mit DU ARSCHLOCH.”
Ah, ja… und Drogen nehmt ihr wahrscheinlich auch alle -.-
Ich glaube, solche Situationen sind schlicht und ergreifend Auswüchse einer ausgeprägten deutschen Verbotskultur, die in jeden Lebensbereich regulierend eingreift, ob es nun Sinn macht oder nicht.
Während meines Praktikums an einer Gesamtschule ging ich einmal in der Pause über den Hof, als jemand mit einem Skateboard an mir vorbei fuhr. Mein erster Impuls war: “Skateboards sind doch auf dem Schulgelände verboten?! Hinterher!” Gerade noch rechtzeitig wurde mir klar, dass es mir persönlich absolut egal ist, ob jemand auf dem Pausenhof Skateboard fährt, denn das Verbot ist hirnrissig.
Man pocht meistens auf die Durchsetzung von Verboten und Regeln, ohne sich mal ne Sekunde drüber Gedanken zu machen, ob sie sinnvoll sind oder nicht.
@Benedikt Vogler – bei uns gibt es die Regelung auch, aber:
- sie wird nicht in extremster Weise kontrolliert
- in der langen Mittagspause und auch bei Notfällen aller Art gibt es eine Ausnahmenregelung
- jedem Lehrer, der Schullleitung, Eltern und Schülern ist klar, dass so gut wie jeder Schüler ein Handy / Mp3-Player trotz Verbots dabei hat
- internetfähige Handys werden zum Teil im Unterricht genutzt
Bei uns ist das auch nachvollziehbar begründet worden, da z.B. Schüler immer häufiger im Unterricht gesessen und SMS geschrieben haben etc. und damit immer wieder der Unterricht gestört / unterbrochen wurde ;-)
Bei Verstoß gegen die Regelung sammelt der / die Lehrerin das Handy ein und gibt es beim Schullleiter ab. Das kann man sich dann erst nach 13 Uhr wieder abholen.
Zudem durchläuft jede 7. Klasse eine Projektwoche zum Thema “Mobbing” , in der über alle Aspekte des Themas geredet wird. Ansonsten hat man die üblichen Möglichkeiten wie SV, Klassenlehrer, Beratungslehrer …
Handyverbot an Schulen | Landesblog Schleswig-Holstein
Ich arbeite derzeit an eine Schule in Wellington, Neuseeland im IT Support. Wir haben ueber die letzten Wochen WiFi fuer das komplette Schulgelaende installiert und extra BYOD Netzwerke eingerichtet (Bring Your Own Device). Die Schueler hier werden aufgefordert ihre Smartphones, Laptops etc. in der Schule zu nutzen. Einige Lehrer nutzen Facebook gruppen, andere Pinterest etc.
Der ganze Ansatz hier mit Medien ist anders. Das Projekt fuer naechstes Schuljahr heisst: Tablets fuer die Schueler anzuschaffen.
Nur so als Anmerkung. Ich will mich naemlich grad nicht ueber Eltern aergern…
Medienverbot – Geschichte, was wir wollen & Trolle [Repost] « a-maze-ing.